Sangiovese ist nicht nur die wichtigste und am weitesten verbreitete rote Rebsorte Italiens.

Sie ist auch eine der abwechslungsreichsten. Je nach der Region, aus der ein Sangiovese Rotwein kommt, kann er ganz eigene Charakteristika aufweisen, so dass es sich auch um eine ganz andere Rebsorte handeln könnte. Dies ist sicher auch seiner Mutationsfreude geschuldet. Mit dieser passt sich die Sangiovese Rebe immer wieder an verschiedene Umgebungen an. So konnte sie sich, wenn auch nur in kleinen Beständen, erfolgreich in Argentinien, Australien und Kalifornien niederlassen. Doch ganz gleich, wo sie wächst, verlangt diese rote Rebe Zeit zum Reifen.
Selbst in warmen Regionen kann sie erst ab Anfang Oktober geerntet werden. Aufgrund ihrer Eigenschaften ist Sangiovese eine beliebte Rebsorte für Cuvées. Hier ist allen voran der weltberühmte Chianti zu nennen. Er muss zu mindestens drei Vierteln aus Sangiovese bestehen. Es gibt jedoch viele Chiantis, die sortenrein gekeltert werden. Ebenso verhält es sich beim Brunello di Motalcino und beim Vino Nobile di Montepulciano. Letzterer soll seinen Adelsschlag übrigens durch Papst Paul III. erhalten haben, der aus dem südtoskanischen Städtchen stammte. Dass er sich damit jedoch nicht das Blut seines Heilands, sondern eines heidnischen Gottes zu Gemüte führte, scheint ihn nicht gestört zu haben.

Ursprungsland: Italien, wahrscheinlich Toskana, auch wenn Emilia-Romagna ebenfalls den Anspruch erhebt, die Wiege des Sangiovese zu sein

Herkunft & Verwandtschaften: Sangiovese ist eine zufällige Kreuzung von Ciliegiolo x Calabrese di Montenuovo, die schon vor 2.500 Jahren von Etruskern vor allem in der Toskana kultiviert worden sein soll. Die Rebe, deren Name sich wahrscheinlich vom spätlateinischen Sangius Giove (Jupiters Blut) ableitet, wird von einigen auch als Urrebe gehandelt, aus der ein Großteil der anderen, heute weit verbreiteten Rebsorten hervorgegangen sind.

Farbe: kräftiges bis tiefes Rot

Hauptaromen: Sauerkirsche, Veilchen, Schokolade, Würz- und Kräuternoten, auch Lakritz und Wacholder; mit zunehmender Reife verändert sich die Aromatik von fruchtig-blumig hin zu erdigen Wald- und Tiergerüchen; bei Barriqueausbau gern auch mit Pflaumennoten

Charakteristik: fruchtig-blumig mit schöner, frischer Säure, variierend in Fruchtausprägung und Tanningehalt

Synonyme: Brunello, Calabrese, Lambrusca Mendoza, Montepulciano, Morellino, Prugnolo, Riminese, Sangioveto und Uva Abruzzi
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